Forschung

Fünf Jahre Medienberichterstattung über Flucht und Migration

Gefördert durch die Stiftung Mercator.

Die sogenannte „Flüchtlingskrise“ hat 2015/2016 die Berichterstattung europäischer Medien bestimmt wie kaum ein anderes Thema in den vergangenen Jahren. Während zunächst eine Stimmung der „Willkommenskultur“ herrschte, mehrten sich spätestens seit der „Silvesternacht in Köln“ 2015/16 kritische Berichte in den Medien. Hinzu kamen Bevölkerungsumfragen, die zeigten, dass weite Teile der deutschen Bevölkerung der Medienberichterstattung über Migration nicht vertrauen. Die Flüchtlingskrise wurde damit in der Öffentlichkeit auch als Medienkrise wahrgenommen. Anknüpfend an ein früheres, von der Stiftung Demoskopie Allensbach gefördertes Projekt zur Medienberichterstattung während der "Flüchtlingskrise" untersucht das Projekt die Berichterstattung in Printmedien und in Fernsehnachrichtensendungen in Deutschland zwischen 2016 und 2020. Dabei wird insbesondere in den Blick genommen, wie korrekt durch Statistiken überprüfbare Fakten in der Berichterstattung über Geflüchtete aufgegriffen werden und wie ausgewogen die Berichterstattung ausfällt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der visuellen Darstellung von Flucht und Migration.

Projektverantwortlicher: Prof. Dr. Marcus Maurer
Projektmitarbeiter: Pablo Jost, M.A., Simon Kruschinski, M.A. sowie Dr. Jörg Haßler (IfKW München)

Digitalisierung als Treiber der Pandemie? Mediale Krisenkommunikation unter den Bedingungen digitaler Öffentlichkeiten während der Corona-Krise 2020/2021

Gefördert durch das Bayrische Institut für Digitale Transformation und die Rudolf-Augstein-Stiftung

Im Projekt wird mit einer quantitativen Inhaltsanalyse analysiert, wie die COVID-19-Pandemie von Januar 2020 bis April 2021 in rund 20 Online- und Offline-Nachrichtenmedien, sog. Online-Alternativmedien und User-Generated-Content auf Sozialen Netzwerken dargestellt bzw. reflektiert und bewertet wurde. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Darstellung und Bewertung von unterschiedlichen Akteuren, dem Pandemiegeschehen und den Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie sowie ein Vergleich mit offziellen Statistiken und Meinungsumfragen. Mit den Ergebnissen sind Aussagen über die Qualität der Medienberichterstattung und über den Einfluss des Online-Diskurses möglich.

Projektleiter: Prof. Dr. Marcus Maurer & Prof. Dr. Carsten Reinemann (LMU München)
Projektmitarbeiter: Simon Kruschinski, M.A.

 

Digital Pandemic Campaiging (DiPaCa): Wie Parteien und Spitzenkandidierende mit dem Thema COVID-19 bei der Bundestagswahl 2021 auf Facebook und Instagram Wahlkampf machen

Gefördert durch den Forschungsschwerpunkt Interdisciplinary Public Policy (IPP)
DiPaCa ist Teil der Social-Media-Wahlanalyse 2021 unter der Leitung von Dr. Jörg Haßler

Im Superwahljahr 2021 ist die COVID-19-Pandemie eine beispiellose Herausforderung für die Wahlkampfkommunikation: 1) Wahlkampagnen sind aufgrund der Abstandsregelungen gezwungen, altbewährte Kommunikationsstrategien auf den Prüfstand zu stellen und verstärkt auf „kontaktlose“ digitale Plattformen zu setzen. 2) „Corona“ wird die Themenagenden dominieren und Wahlkampagnen müssen sich programmatisch zum Umgang mit dem Virus und zu Maßnahmen positionieren.
Das Projekt fragt danach, wie Parteien und Kandidierende mit dem Thema COVID-19 bei der Bundestagswahl 2021 auf Facebook und Instagram Wahlkampf machen. Konkret wird untersucht, wie Posts und maßgeschneiderte Werbeanzeigen zur Ansprache der Wählerinnen und Wähler mit dem Thema COVID-19 genutzt werden und wie die Wählerinnen und Wähler auf diese Informationen reagieren. Dabei steht im Mittelpunkt, ob COVID-19 bspw. zur (De)Mobilisierung oder für einen Angriffswahlkampf genutzt wird. Ob Parteien und Kandidierende mit COVID-19 Populismus betreiben oder sogar Falschinformationen verbreiten.
In Zusammenarbeit mit dem Team von Dr. Jörg Haßler (LMU München) werden diese Fragen wöchentlich mit Hilfe einer "Live"-Inhaltsanalyse von Facebook-Posts und -Werbeanzeigen der Bundestagsparteien (CDU, CSU, Bündnis 90/Die Grünen, SPD, FDP, AfD, Die Linke) sowie ihrer Spitzenkandidierenden beantwortet. Die wöchentlichen Auswertungen werden auf der jeweiligen Projektseite veröffentlicht: Auswertungen der Posts und Auswertungen der Werbeanzeigen.

Projektverantwortlicher: Prof. Dr. Marcus Maurer
Projektmitarbeiter: Simon Kruschinski, M.A.