Forschung

Die Darstellung der „Flüchtlingskrise“ in deutschen und britischen Medien

Gefördert durch die Stiftung Demoskopie Allensbach.

Die sogenannte „Flüchtlingskrise“ hat 2015/2016 die Berichterstattung europäischer Medien bestimmt wie kaum ein anderes Thema in den vergangenen Jahren. Während zunächst eine Stimmung der „Willkommenskultur“ herrschte, mehrten sich spätestens seit der „Silvesternacht in Köln“ 2015/16 kritische Berichte in den Medien. Hinzu kamen Bevölkerungsumfragen, die zeigten, dass weite Teile der deutschen Bevölkerung der Medienberichterstattung über Migration nicht vertrauen. Die Flüchtlingskrise wurde damit in der Öffentlichkeit auch als Medienkrise wahrgenommen.

Das Projekt nimmt diese Ausgangssituation zum Anlass, die Berichterstattung in Printmedien und in Fernsehnachrichtensendungen in Deutschland und in Großbritannien zu vergleichen. Die beiden Länder bieten sich unter anderem deshalb für einen Vergleich an, weil sie in sehr unterschiedlichem Maße Ziel von Migration waren und dadurch auch die Berichterstattung in beiden Ländern unterschiedlich kritisch in der Öffentlichkeit diskutiert wurde. Die Studie untersucht, wie akkurat durch Statistiken überprüfbare Fakten in der Berichterstattung der beiden Länder aufgegriffen und wie ausgewogen berichtet wurde. Ein weiterer Schwerpunkt liegt insbesondere auf der bildhaften Darstellung von Flucht und Migration in Presse und Nachrichtensendungen der beiden Länder.

Projektverantwortlicher: Prof. Dr. Marcus Maurer
Projektmitarbeiter: Dr. Jörg Haßler, Pablo Jost, M.A., Simon Kruschinski, M.A.

Der Einfluss von Social Bots auf die Bundestagswahl 2017: Eine „Big Data“-Analyse politischer Diskussionsinhalte auf Facebook".

Gefördert durch den Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz

Die Ukraine-Krise, das Brexit-Referendum und der U.S.-amerikanische Wahlkampf haben gezeigt, dass die politische Öffentlichkeit im Netz neuen Bedrohungen gegenübersteht: Social Bots nutzen Automatisierung, um in sozialen Netzwerken autonom nach Themen zu suchen, Beiträge zu verbreiten und Kommentare abzugeben, die schwer von den Posts echter Nutzer zu unterscheiden sind. Dabei besteht die Gefahr, dass Social Bots durch die schiere Masse an automatisierten Beiträgen und Interaktionen Aufmerksamkeit für extreme Positionen generieren oder eine Diskursverschiebung anstoßen können. Obwohl einschlägige empirische Forschung (insbesondere aus den Vereinigten Staaten) das Aufkommen von Social Bots auf Twitter nachgewiesen hat, liegen für Deutschland und insbesondere Facebook bislang kaum belastbare Befunde vor.

Das Forschungsprojekt analysiert mithilfe einer Big-Data-Analyse von Facebook-Nutzungsdaten (digital trace data) das Aufkommen und den Einfluss von Social Bots auf die politischen Online-Diskussionen auf Facebook im Vorfeld der Bundestagswahl 2017. Dabei werden folgende Forschungsfragen beantwortet:
Wie lassen sich Social Bots auf Facebook enttarnen? Auf welchen Facebook-Seiten waren Social Bots in der Bundestagswahl 2017 aktiv? Haben die als Menschen getarnten Computerprogramme politische Diskurse auf Facebook manipuliert? Können ihre massenhaft erzeugten Diskussionsbeiträge die Meinungsbildung und sogar politische Entscheidungsprozesse beeinflussen?

Projektleiter: Prof. Dr. Marcus Maurer, Prof. Dr. Christian Schemer, Prof. Dr. Birgit Stark
Projektmitarbeiter: Simon Kruschinski, M.A., Pascal Jürgens, M.A.

DFG-Forschergruppe „Politische Kommunikation in der Online-Welt“

Im Frühjahr 2011 hat die Forschergruppe „Politische Kommunikation in der Online-Welt“ ihre Arbeit aufgenommen – als erste DFG-Forschergruppe in der Kommunikationswissenschaft und als erste zu Problemen der politischen Kommunikation. Sie setzt sich aus sieben Teilprojekten zusammen und verbindet zehn Kommunikationswissenschaftler aus Deutschland und der Schweiz.

Das Teilprojekt "Digitale Wissensklüfte. Informationsvermittlung, Informationsnutzung und Informationsverarbeitung in der Online-Welt" ist am Lehrbereich für Politische Kommunikation angesiedelt und  verfolgt folgende Fragestellung: Wie vermitteln mediale und politische Online- und Offline-Informationsquellen politische Informationen, wie verändert sich dies im Zeitverlauf, wie werden diese Informationsquellen durch die Rezipienten genutzt und welche Konsequenzen hat es für Wissen und Einstellungen sowie die Entscheidungsfindung der Rezipienten?

Ziel ist es, durch die Beantwortung dieser Fragen einerseits einen Beitrag zur Theorie der Mediatisierung der politischen Kommunikation zu leisten – ihren Voraussetzungen (konkurrierende Angebote), ihres Verlaufs (Informationsvermittlung) und ihrer Folgen für die Gesellschaft (Wissenserwerb). In der zweiten Projektphase wird zudem experimentell untersucht, ob und wie Menschen verschiedene Webseitenelemente nutzen und welche Folgen dies für die Fragmentierung der Gesellschaft hat.

Das TP verbindet Theorien aus der Medieninhaltsforschung mit Theorien aus der Rezeptions- und Wirkungsforschung.

Projektleiter: Prof. Dr. Marcus Maurer
Projektmitarbeiter/innen: Dr. Jörg Haßler, Dr. Corinna Oschatz

 

Neue Medien, neue Logik? Zur Mediatisierung politischer Kommunikation in sozialen Online-Netzwerken

Vor dem Hintergrund der digitalen Transformationsprozesse und der damit verbundenen (technischen) Möglichkeit der direkten Wähleransprache wird die zentrale Bedeutung der »klassischen« Massenmedien und damit die Notwendigkeit einer Ausrichtung an deren Selektionsroutinen zunehmend infrage gestellt.

Damit verbunden ist die Frage, welcher Logik die politische Kommunikation folgt, wenn sie sich nicht zwingend an medialen Selektionskriterien ausrichten muss, um potenzielle Wählerinnen und Wähler zu erreichen. Welche Kommunikationsstrategien und -elemente nutzen politische Akteure in der Kommunikation auf Facebook? Treten Unterschiede zwischen direkter Wähleransprache und Presseansprache auf?

Mit einer Längsschnittuntersuchung des Kommunikationsverhaltens von Bundestagsabgeordneten auf Facebook soll Antwort auf die obengenannten Fragen gegeben werden. Dazu werden die Statusmeldungen von Bundestagsabgeordneten in einem Zeitraum von 2009 bis 2016 inhaltsanalytisch erfasst und untersucht.

Finanziert wird das Forschungsvorhaben über den Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz der JGU Mainz.

Projektverantwortliche: Prof. Dr. Marcus Maurer und Pablo Jost, M.A.