Forschung

DFG-Forschergruppe „Politische Kommunikation in der Online-Welt“

Im Frühjahr 2011 hat die Forschergruppe „Politische Kommunikation in der Online-Welt“ ihre Arbeit aufgenommen – als erste DFG-Forschergruppe in der Kommunikationswissenschaft und als erste zu Problemen der politischen Kommunikation. Sie setzt sich aus sieben Teilprojekten zusammen und verbindet zehn Kommunikationswissenschaftler aus Deutschland und der Schweiz.

Das Teilprojekt "Digitale Wissensklüfte. Informationsvermittlung, Informationsnutzung und Informationsverarbeitung in der Online-Welt" ist am Lehrbereich für Politische Kommunikation angesiedelt und  verfolgt folgende Fragestellung: Wie vermitteln mediale und politische Online- und Offline-Informationsquellen politische Informationen, wie verändert sich dies im Zeitverlauf, wie werden diese Informationsquellen durch die Rezipienten genutzt und welche Konsequenzen hat es für Wissen und Einstellungen sowie die Entscheidungsfindung der Rezipienten?

Ziel ist es, durch die Beantwortung dieser Fragen einerseits einen Beitrag zur Theorie der Mediatisierung der politischen Kommunikation zu leisten – ihren Voraussetzungen (konkurrierende Angebote), ihres Verlaufs (Informationsvermittlung) und ihrer Folgen für die Gesellschaft (Wissenserwerb). In der zweiten Projektphase wird zudem experimentell untersucht, ob und wie Menschen verschiedene Webseitenelemente nutzen und welche Folgen dies für die Fragmentierung der Gesellschaft hat.

Das TP verbindet Theorien aus der Medieninhaltsforschung mit Theorien aus der Rezeptions- und Wirkungsforschung.

Projektleiter: Prof. Dr. Marcus Maurer
Projektmitarbeiter/innen: Dr. Jörg Haßler, Dr. Corinna Oschatz

 

Neue Medien, neue Logik? Zur Mediatisierung politischer Kommunikation in sozialen Online-Netzwerken

Vor dem Hintergrund der digitalen Transformationsprozesse und der damit verbundenen (technischen) Möglichkeit der direkten Wähleransprache wird die zentrale Bedeutung der »klassischen« Massenmedien und damit die Notwendigkeit einer Ausrichtung an deren Selektionsroutinen zunehmend infrage gestellt.

Damit verbunden ist die Frage, welcher Logik die politische Kommunikation folgt, wenn sie sich nicht zwingend an medialen Selektionskriterien ausrichten muss, um potenzielle Wählerinnen und Wähler zu erreichen. Welche Kommunikationsstrategien und -elemente nutzen politische Akteure in der Kommunikation auf Facebook? Treten Unterschiede zwischen direkter Wähleransprache und Presseansprache auf?

Mit einer Längsschnittuntersuchung des Kommunikationsverhaltens von Bundestagsabgeordneten auf Facebook soll Antwort auf die obengenannten Fragen gegeben werden. Dazu werden die Statusmeldungen von Bundestagsabgeordneten in einem Zeitraum von 2009 bis 2016 inhaltsanalytisch erfasst und untersucht.

Finanziert wird das Forschungsvorhaben über den Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz der JGU Mainz.

Projektverantwortliche: Prof. Dr. Marcus Maurer und Pablo Jost, M.A.

 

Tarifkonflikte in den Medien

Nicht zuletzt aufgrund ihres Konfliktcharakters sind Tarifkonflikte häufig prominenter Bestandteil medialer Berichterstattung. Für Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter sind die Massenmedien von zentraler Bedeutung: deren Berichterstattung ermöglicht es den Tarifparteien, Öffentlichkeit sowie Politik von ihren Forderungen zu überzeugen und den Rückhalt bei den eigenen Mitgliedern zu sichern. Bisher ist unklar, welchen spezifischen Einfluss medieninterne sowie konfliktspezifische Faktoren auf den Umfang, die Inhalte und die Tonalität der Berichterstattung über Tarifkonflikte ausüben.

Dies soll mit einer quantitativen Inhaltsanalyse der Pressemitteilungen von Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern sowie der Berichterstattung anlässlich von elf verschiedenen Tarifkonflikten der vergangenen Jahre analysiert werden. Dabei wird ein möglichst breites Spektrum an betroffenen Branchen und beteiligten Gewerkschaften abgedeckt und die Berichterstattung in insgesamt 12 überregionalen Tageszeitungen, Wirtschafts- und Boulevardzeitungen sowie Wochenzeitschriften und der Nachrichtenagentur dpa untersucht.

Gefördert wird das Projekt durch die Otto-Brenner-Stiftung.

Projektverantwortliche: Pablo Jost, M.A. und Christina Köhler, M.A.